Streuobsternte im Bergischen Land

Ein Plädoyer für die Nutzung der heimischen Streuobstwiesen

Charakteristisch für das Bergische Land waren schon immer die Streuobstwiesen rund um die Dörfer und Höfe. Sie spielten neben den Gemüsegärten oder der Viehwirtschaft eine große Rolle bei der Ernährung. Durch das Aufkommen von Plantagenobst verlor das Streuobst in wirtschaftlicher Hinsicht an Bedeutung, da es sich zur Gewinnung von Tafelobst nicht mehr rentierte. Heutzutage gewinnt die Streuobstwiese wieder an neuer Aufmerksamkeit: Als Strukturelement in der Landschaft und als Lebensraum für unzählige Insekten und Wirbeltiere ist sie aus dem Oberbergischen nicht wegzudenken. Aber was spricht noch dafür, Streuobstwiesen anzulegen oder sich hochstämmige Obstgehölze in den Garten zu setzen?

Kaum etwas bringt im eigenen Garten mit so wenig Aufwand so viel Ertrag wie eine für unsere Region angepasste Obstsorte. Während so gut wie alle Lebensmittel im Supermarkt gekauft werden, geht viel Wissen über die Lebensmittelerzeugung verloren. Ein Kirschbaum, ein Apfelbaum, vielleicht ein Nussstrauch – direkt vor Ort lässt sich an die nächste Generation vermitteln, wo Lebensmittel herkommen, wie wertvoll und wie lecker sie sein können. Die Ernte lässt sich einlagern und weiterverarbeiten: Marmeladen, Kompott oder Fruchtsaft. Auch hier gilt es Wissen und Rezepte zu bewahren. Was für die eigene Verarbeitung zu viel ist, kann in Fruchtsaftkeltereien gebracht werden, wo die Äpfel gegen Saft eingetauscht werden können. So wird Bewusstsein und Wertschätzung für regionale Lebensmittel geschaffen.

 

Geschüttelt oder gepflückt? – die Ernte

Grundsätzlich werden die Äpfel auf zwei Wegen geerntet: Gepflückt oder geschüttelt und aufgelesen. Soll der Apfel zu Saft verarbeitet werden, wird er vom Baum geschüttelt. Soll er gelagert und gegessen werden, muss er gepflückt werden. Der Apfel ist pflückreif, wenn er sich samt Stiel leicht vom Ast lösen lässt, aromatisch duftet und dunkle Kerne hat. Muss kräftig am Apfel gezogen werden, und die Kerne sind noch hell, ist es noch nicht so weit. Bei vielen Sorten muss der Apfel noch einige Wochen oder Monate lagern, bis er seinen vollen Geschmack entfaltet. Sollen die Äpfel gelagert werden, müssen sie unbedingt frei von Druckstellen, Macken oder anderem Schaden sein.

Für die Fruchtsaftherstellung gilt es, den Apfel möglichst effektiv vom Baum zu schütteln. Druckstellen sind hier erlaubt und auch gesundes Fallobst ist bestens geeignet. Am meisten Spaß und weniger Arbeit macht die Ernte in Gemeinschaft. Familie, Freunde, Nachbarn oder die ganze Dorfgemeinschaft kann sich hier zusammentun: Die eine hat womöglich mehr Bäume als sie ernten kann, der andere hätte gerne überhaupt einen Baum. Der eine hat noch ein paar große Planen herumliegen, die andere eine lange Schüttelstange mit Haken. Irgendjemand hat immer einen Trecker oder einen großen Anhänger. Dann geht es an die Arbeitsteilung. Wer seine Kräfte unter Beweis stellen will, geht am besten an die Schüttelstange. Ein Team kann vorab das Fallobst sammeln und sortieren, ein anderes legt die Planen aus – am meisten Spaß macht es aber, die auf den Planen zusammengehäuften Äpfel aufzulesen. Je nach Größe der ganzen Aktion sollte eine Abteilung unbedingt für das leibliche Wohl sorgen. Eine deftige Mahlzeit oder eine Bergische Kaffeetafel direkt auf der Obstwiese sind der pure Genuss! Auf diese Weise kommen alle zusammen und es lässt sich eine ganze Menge schaffen. Das Obst kann dann in eine Fruchtsaftkelterei gebracht und gegen Apfelsaft eingetauscht werden, der am Ende solidarisch aufgeteilt wird.

Nur durch die Nutzung haben Streuobstwiesen und alte, heimische Obstsorten in Zukunft eine Überlebenschance. So kann regionale Erzeugung und Nutzung das Bild unserer Kulturlandschaft, wertvolle Lebensräume und althergebrachtes Wissen aufrechterhalten.

Eine Ernteanleitung können Sie sich hier als PDF herunterladen:

Mostereien und mobile Saftpressen

(kein Anspruch auf Vollständigkeit)

 

Mostereien

Fruchtsaftkelterei Weber, Nümbrecht

 

Mobile Saftpressen

Mobile Saftpresse NRW

Mosterei-Kollektiv Most & Trester

 

Bundesweite Mostereien-Übersicht

NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V.

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Neu: Leitfaden zur ökologischen Aufwertung von Dörfern ist online!

Seit 2019 begleiten die Biologischen Stationen Oberberg und Rhein-Berg insgesamt vier Dorfgemeinschaften im LVR-Projekt „Bienen, Blüten und Begegnung – Biodiversität in bergischen Dörfern“ auf dem Weg zu mehr Artenvielfalt in den Dörfern.

Für alle Dörfer, die nicht am Projekt teilnehmen konnten, sich aber dennoch für mehr Artenvielfalt einsetzen möchten, haben wir nun einen digitalen Leitfaden zur ökologischen Aufwertung von Dörfern herausgegeben. Er enthält zahlreiche Tipps für Workshops, Aktionen, Umsetzung, Exkursionen. Dabei sind die Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Arbeit mit den vier Projekt-Dörfern in den Leitfaden eingeflossen. Den Leitfaden können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.

Leitfaden zur ökologischen Aufwertung

 

 

 

Wettbewerb „Hof der Vielfalt“ 2021 - Jetzt anmelden!

Im Rahmen der „Modellregion Landwirtschaft und Naturschutz – Bergisches Land“ lobt die Biologische Station Oberberg im Jahr 2021 mit Unterstützung der Akteure aus Naturschutz und Landwirtschaft sowie der Kreisverwaltung den Wettbewerb „Hof der Vielfalt“ aus.

Der Wettbewerb „Hof der Vielfalt“ soll hervorheben, dass Bauernhöfe häufig viele wichtige, aber oft nicht erkannte Lebensräume für Tiere und Pflanzen bieten. So finden sich dort Lehmpfützen, die Schwalben für den Nestbau nutzen, Brennnesselecken, die Raupen vieler heimischer Tagfalter als Nahrung dienen, sowie Hecken mit heimischen Sträuchern, in denen Singvögel nisten. Landwirtschaftliche Höfe tragen damit zum Erhalt der Artenvielfalt bei und erfüllen eine Vorbildfunktion.

Alle Landwirtschaftlichen Betriebe im Oberbergischen Kreis sind zur Teilnahme aufgerufen!

Anmeldeschluss: 30. Juni 2021

 

Alle weiteren Informationen finden Sie in unserem Faltblatt:

Wettbewerb Hof der Vielfalt 2021 

 

 

 

Pflanzentauschbörse und Bergischer Landschaftstag 2021 fallen aus

Die am 24. April 2021 geplante Pflanzentauschbörse und der am 5. September 2021 terminierte Bergische Landschaftstag fallen leider auch in diesem Jahr Corona-bedingt aus. Der nächste Bergische Landschaftstag findet voraussichtlich am 4. September 2022 statt. Hier gelangen Sie zur gemeinsamen Pressemitteilung des Oberbergischen Kreises und der Biologischen Station Oberberg zur Absage des Bergischen Landschaftstages 2021:

Der Bergische Landschaftstag fällt auch in diesem Jahr Corona-bedingt aus

Wir hoffen, dass wir Sie im nächsten Jahr wieder wie gewohnt auf dem Gelände von Schloss Homburg in Nümbrecht begrüßen dürfen!

 

 

Ausbildung zu zertifizierten Natur- und Landschaftsführenden im Bergischen Land

Sanft geschwungene Hügel, Wiesen, Wälder und abgelegene Täler mit rauschenden Bächen, Talsperren und kleine Dörfer - das Bergische Land hat viel zu bieten. Um den Urlaubern und Tagesausflüglern die Besonderheiten und hochwertigen Angebote der Region nahe zu bringen, müssen Gästeführer vor Ort ausgebildet und geschult werden. Die Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW und die Biologischen Stationen Oberberg und Rhein-Berg bieten in Kooperation mit dem Naturpark Bergisches Land und der Tourismusgesellschaft „Das Bergische“ / Naturarena Bergisches Land in diesem Jahr daher zum zweiten Mal eine Ausbildung zu zertifizierten Natur- und Landschaftsführenden an.

„Mit dem Lehrgang zum/zur zertifizierten „Natur- und Landschaftsführer/in“ wird naturinteressierten Personen das nötige Handwerkszeug vermittelt. Inhalte und Methoden zur Gestaltung von Führungen und Naturerlebnisveranstaltungen werden durch Gruppenarbeit, Exkursionen sowie Vorträge vermittelt“ erläutert Dr. Bernd Freymann, Geschäftsführer der Biologischen Stationen Oberberg und Rhein-Berg. „Für die Ausbildung suchen wir Bürgerinnen und Bürger von Jung bis Alt aus der Region des Naturpark Bergisches Land, die Interesse an Natur, Kultur und Geschichte Ihrer Heimat haben und ihr Wissen gerne anderen vermitteln möchten“, ergänzt Jens Eichner, Geschäftsführer des Naturparks Bergisches Land.

„Es ist wichtig, dass die Region über gutausgebildete Natur- und Landschaftsführer verfügt, die unseren Gästen die Besonderheiten und die spannende Geschichte des Bergischen Landes vermitteln, denn man sieht nur, was man weiß,“ erklärt Tobias Kelter, der Geschäftsführer der Tourismusgesellschaft „Das Bergische“.

Hauptthemen der Ausbildung werden sowohl die landschaftliche Entwicklung, als auch die kulturellen Besonderheiten der Region sein. Auch der Umgang mit Gruppen und betriebswirtschaftliche Fragen sind wesentliche Bestandteile. Ein Überblick über die Ausbildungsinhalte steht auf den Webseiten aller Partner bereit. Die Anmeldung ist online über die NUA (www.nua.nrw.de) möglich.

Die Ausbildung findet an zwei Wochenenden (Mai/September 2021) und in einer Woche (Juni 2021) statt. Da es sich um eine zertifizierte Ausbildung handelt, müssen auch Prüfungen abgelegt werden. Veranstaltungsort wird das Landschaftshaus bei der Biologischen Station Oberberg in Nümbrecht sein. Darüber hinaus werden zahlreiche Exkursionen in die Region unternommen.

Die Ausbildung wird unter Berücksichtigung der geltenden Corona-Verordnungen stattfinden. „Wir sind zuversichtlich, dass die Ausbildung trotz der noch längerfristig zu erwartenden Einschränkungen im Mai beginnen kann. Bei der Planung haben wir von Beginn an Wert auf ein Schutz- und Hygienekonzept gelegt“ so Dr. Gertrud Hein von Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW.

Die Lehrgangsausschreibung finden Sie hier zum Download: Lehrgangsausschreibung 2021 

 

Ansprechpartner:
Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW
Dr. Gertrud Hein, Tel.: 02361-3053339, gertrud.hein@nua.nrw.de
 
Biologische Stationen Oberberg und Rhein-Berg
Manuela Thomas, Tel.: 02293-90150, thomas@bs-bl.de

 


Foto: Dr. Gertrud Hein, NUA NRW

   

in Kooperation mit

   

 

 

Wir suchen Freiwilligendienstler

Die Biologische Station Oberberg sucht noch engagierte Freiwillige für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) oder den Bundesfreiwilligendienst (BFD)!

Wie geht es für dich nach der Schule weiter? Noch kein Plan?
Dann haben wir genau das Richtige für dich, wenn du Interesse an Natur und Umwelt hast:

Bewirb dich jetzt für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr oder einen Bundesfreiwilligendienst und unterstütze uns bei unserer Arbeit im Natur- und Umweltschutz!

Die Aufgabenbereiche:
- Unterstützung in der Umweltbildung, z.B. bei der Durchführung von Veranstaltungen für Schulklassen im Landschaftshaus
- Umsetzung von Landschaftspflege- und Artenschutzmaßnahmen, z.B. Entbuschung, Bau von Nisthilfen
- Bürotätigkeiten, wie z.B. Recherche und Pflege des Fotoarchivs
Außerdem:
- Durchführung eines eigenen Projekts
- Teilnahme an Seminaren

Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ)

Bewerbungsfrist: 15. April 2021
Beginn ab dem 1. August 2021
freie Stellen: 2
Weitere Informationen findet ihr in unserem FÖJ-Flyer

Eine Bewerbung ist über den Landschaftsverband Rheinland (LVR) möglich:
https://foej-bewerbung.lvr.de/verwaltung/login
 

Bundesfreiwilligendienst (BFD)

Eine Bewerbung ist jederzeit möglich!
Beginn ab dem 1. August oder 1. Juni 2021 (andere Termine nach Absprache möglich)
freie Stellen: 2
Eine Bewerbung mit den üblichen Unterlagen bitte per Email an oberberg@bs-bl.de schicken!

Für weitere Informationen zum Bundesfreiwilligendienst:

www.nabu.de/bundesfreiwilligendienst

www.bundesfreiwilligendienst.de

www.freiwillige-im-naturschutz.de

 
Ansprechpartnerin bei Rückfragen:

Biologische Station Oberberg
Anita Schmidts
02293-901518
oberberg@bs-bl.de
 
 
 
 

Einhaltung von Hygieneregeln zur Eindämmung der Salamanderpest

Amphibien gehören zu den weltweit am stärksten bedrohten Wirbeltieren. Neben dem Habitatverlust sind Krankheiten einer der Hauptgründe für das globale Amphibiensterben. Insbesondere die Chytridiomykose, ausgelöst durch den Amphibien-Chytridpilz Batrachochytrium dendrobatidis („Bd"), gilt als verantwortlich für das Erlöschen von Populationen und das Aussterben von Amphibienarten. „Bd" ist heute in Europa weit verbreitet und auch unsere heimischen Lurcharten erkranken und sterben daran.

Seit 2013 tritt in Nordrhein-Westfalen ein neuartiger Amphibien-Chytridpilzmit dem Namen Batrachochytrium salamandrivorans („Bsal") auf, der unsere heimischen Molche (z.B. Kammmolch) und den Feuersalamander befällt und daher auch als „Salamanderpest" bezeichnet wird. „Bsal" wird von Fachleuten als noch aggressiver als „Bd" eingeschätzt. Die „Salamanderpest" ist außer in Nordrhein-Westfalen auch in Rheinland-Pfalz, Bayern, den Niederlanden und in Belgien nachgewiesen geworden. Aktuelle Daten belegen eine weiter voranschreitende Ausbreitung. Neben der Eifel, in der „Bsal" im Jahr 2014 für Nordrhein-Westfalenzum ersten Mal belegt ist, liegen seit 2017 neue Befallsräume im GroßraumRuhrgebiet und im Bergischen Land vor. Es ist zu befürchten, dasses zu einer weiteren Ausbreitung in die Kernverbreitungsräume des Feuersalamanders im südwestfälischen Bergland kommen wird.

Zur Eindämmung der „Salamanderpest" (Bsal) ist es erforderlich, dass einfache Hygieneregeln verbindlich beachtet werden. Diese finden Sie in Form eines Hygieneprotokolls des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW (MULNV) hier zum Download! 

Hygieneprotokoll 

Die Biologische Station bittet um Ihre Mithilfe, um die Verbreitung der Salamanderpest einzudämmen. Gerne dürfen Sie die bereitgestellten Informationen weiterverbreiten!

Ansprechpartner:

Tobias Mika
mika@bs-bl.de

 

 

Buchvorstellung

Jürgen Sartor, Hartmut Müller, Klaus Schreiber und Mitarbeiter:

DIE VÖGEL DES SIEGERLANDES: 784 Seiten (etliche aktuelle Daten aus 2020 wurden noch eingearbeitet), 293 Fotos, 281 Diagramme, 247 Tabellen, 111 Verbreitungskarten), 81 Trendlinien-Grafiken und 24 flächenbezogene Bestandserfassungen.

Hrsg.: Naturschutzbund Deutschland: Kreisverband Siegen-Wittgenstein e.V. (NABU). Siegen (2020). Preis: 29,95 €.

Das jetzt erschienene Buch über die Vogelwelt des Siegerlandes ist ein Mammutprojekt vieler engagierter Vogelkundler. Von der ersten Idee zu diesem Werk Ende 2014 bis zur Vollendung vergingen mehr als fünf Jahre.

In 261 Artkapiteln werden die im Siegerland vorkommenden Vogelarten – sowohl Brutvögel als auch Durchzügler und Wintergäste – mit detaillierten Angaben zur Verbreitung (incl. Rasterkarten), Lebensraum, Bestandsentwicklung und derzeitiger Bestand, Fortpflanzung, Zuggeschehen sowie Gefährdung und Schutz vorgestellt. Manche Kapitel sind kurz, andere wieder deutlich ausführlicher, was im Entschluss begründet ist, möglichst alle vorhandenen Daten einzubeziehen.

Das Buch fasst rund 250 Jahre Vogelkunde der Region zusammen. Die ältesten Erwähnungen beschäftigten sich schon seiner Zeit mit dem Schutz von Arten wie der Nachtigall, die damals durch weit verbreitete „Vogelstellerei“ gefährdet war. Weitere Meilensteine sind die Arbeiten von SUFFRIAN (1846), LANDOIS(1883), HOFMANN (1934), ZIMMERMANN (1973) und FRANZ & SARTOR (1979).

Vögel sind dem Menschen ganz besonders ans Herz gewachsen. Kaum eine Gruppe von Lebewesen erfreut sich einer so großen Beliebtheit. Sie sind überall zu finden und leicht zu beobachten. Ihre Farbenpracht fasziniert, und ihre Gesänge wie die der Amsel gehören einfach zu einem Frühlingsmorgen dazu. Auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität können zuhause am Fenster den Vögeln zuschauen. Darüber hinaus verblüffen uns ihre enormen Zugleistungen. Das auffälligste Beispiel aus unserer Region ist sicherlich der Zug der Kraniche im Frühjahr und Herbst, dem im Buch ein ausführliches Kapitel gewidmet ist. Wer genauer hinschaut, entdeckt auch eine einzigartige Körpersprache in Form von Balzflügen wie bei der Feldlerche, dem Baumpieper oder – früher – bei der Bekassine, im Volksmund „Himmelsziege“ genannt. Kurzum, Vögel sind ein einfacher, allgegenwärtiger Zugang für den Menschen zur belebten Natur.

Vögel sind aber auch nicht zu unterschätzende Bioindikatoren. Von ihrem Vorkommen oder Fehlen in einem Gebiet lässt sich sehr viel über den Zustand eines Lebensraumes ableiten. Die im Buch aufgeführte Liste der Gewinner und Verlierer seit dem letzten Erscheinen der Vogelfauna (FRANZ & SARTOR 1979) verdeutlicht den Verlust an Lebensräumen, wie zahlreiche Fotos in Gegenüberstellung der Situation von einst und jetzt dokumentieren. So sind in den letzten Jahrzehnten viele wertvolle Bachtäler verschwunden. Große Bereiche der Talauen wie z.B. im Ferndorftal bei Kreuztal oder im Siegtal zwischen Siegen und Eiserfeld sind heute bebaut. Die großen Verlierer des Landschaftswandels sind vor allem die Vogelarten der offenen Landschaft, die selten werden bzw. inzwischen ausgestorben sind: Rebhuhn, Kiebitz und Bekassine sind im Verlauf der letzten 40 Jahre verschwunden. Feldlerche, Neuntöter, Sumpfrohrsänger, Braunkehlchen, Wiesenpieper, Bluthänfling und Rohrammer überleben im Siegerland fast nur noch in Schutzgebieten. Ihr Verschwinden steht für starke Veränderungen in der offenen Feldflur. Überdüngung führt zu einer Verarmung der Vegetation und der Insektenbestände. Damit wird den Vögeln die Nahrungsgrundlage entzogen. Frühe und mehrmalige Mahd verhindern darüber hinaus nahezu jeden Bruterfolg.

In den Wäldern sieht die Bilanz auf den ersten Blick deutlich besser aus, denn hier haben einige Arten zugenommen. Das bekannteste Beispiel aus unserer Region ist sicherlich der Schwarzstorch. Nun könnte man meinen, dass im „Wald“ die Welt noch in Ordnung ist, jedoch zeigen Zunahmen, dass vor allem diejenigen Arten häufiger werden, die dunkle Wälder bevorzugen. Vögeln der Verjüngungsstadien wie z.B. Fitis und Baumpieper wird der Lebensraum zunehmend eingeengt. Das seit einigen Jahren grassierende Fichtensterben, verursacht durch Stürme und neuerdings ein Massenauftreten des Borkenkäfers, konnte in einigen Artkapiteln noch nicht hinreichend berücksichtigt werden. Die Auswirkungen insbesondere auf Arten, die ausschließlich oder vorwiegend in Fichtenwäldern leben, z.B. Haubenmeise, Tannenmeise, Sperlingskauz, die beiden Goldhähnchenarten oder auch Buchfink, werden gravierend sein; andere Arten werden vorübergehend oder dauerhaft von den jetzt schon sichtbaren oder den zu erwartenden Veränderungen der Wälder dagegen profitieren können. Noch heute werden im Siegerland für den Artenschutz bedeutende Eichen-Birken-Niederwälder in andere Waldformen umgewandelt, z.T. mit fremdländischen Nadelbäumen aufgeforstet. Andererseits erreicht in unseren „naturnahen“ Wirtschaftswäldern kein Baum sein artgemäß mögliches Alter und die anschließende Zerfallsphase, die viele Tierarten – auch Vögel – als Lebensraum nutzen. Naturwaldzellen, Wildnisgebiete und vertraglich vereinbarte Herausnahme einzelner Bäume au der Bewirtschaftung schaffen kleinflächig gute Voraussetzungen zu einer natürlichen Entwicklung.

Auch in den Siedlungen ist ein Rückgang vieler Vogelarten offenkundig. Dafür sind nicht Elstern, Eichelhäher und Rabenkrähen verantwortlich, sondern die vielerorts festzustellende Sterilität und Monotonisierung des Wohnumfeldes, mit verursacht durch einen ausgeprägten Sinn für „Ordnung und Sauberkeit“ an und um die Gebäude. Im Buch sind bei vielen Arten, z.B. Schwalben, Bluthänfling, Star und Gartenrotschwanz Möglichkeiten aufgezeigt, wie manchem Vogel am Haus und im Garten geholfen werden kann.

Wir hoffen, dass das vorliegende Buch dem Ornithologen wie auch dem Naturfreund anregende Informationen bietet und damit Neugier und Freude am Erforschen der heimischen Natur und deren Bewahrung vermittelt. Die Publikation sollte nicht zuletzt auch als Appell an die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung verstanden werden, von deren Entscheidungen es maßgeblich abhängt, in wieweit die Sicherung unserer natürlichen Lebensgrundlagen gewährleistet wird.

Das Buch kann beim NABU Siegen-Wittgenstein (www.nabu-siwi.de) und im Buchhandel (ISBN: 978-3-944157-45-0) erworben werden.

 

Veranstaltungshinweis

Äpfel gegen Apfelsaft - Saftmobil-Termin an der Kräwi in Remscheid
 
Wer Äpfel von seiner Obstwiese oder seinem Obstgarten übrig hat, kann sich daraus seinen ganz eigenen Saft pressen lassen. Hierzu kommt die Familie Rapp mit ihrer mobilen Mett-manner Mosterei auch wieder nach Remscheid – eine gute Gelegenheit also, überschüssi-ges Obst in flüssiger Form haltbar zu machen! Der Termin wird organisiert vom Arbeitskreis Obstwiesen Bergisches Städtedreieck in Ko-operation mit der Arbeit Remscheid gGmbH.

Wann: Dienstag, 20.10.2020 (Annahme: 8:30 Uhr – 16:00 Uhr)
Wo: Wassersport- und Freizeitanlage Kräwinklerbrücke
Kräwinklerbrücke 1, 42897 Remscheid
 
Wer einen Presstermin haben möchte, muss sich dringend telefonisch bei der Familie Rapp anmelden (Mobil: 0174 -88 77 800). Eine Anmeldung per Mail oder auf dem An-rufbeantworter kann nicht berücksichtigt werden!

Aktuelle Preise und weitere Infos siehe hier: www.mettmanner-mosterei.de.

Die Äpfel (begrenzt auch Birnen, Quitten) sollten möglichst pflückfrisch oder in luftigen Sä-cken gelagert, sauber und frei von Faulstellen sein (Nicht in Müllsäcken lagern!). Die Qualität des Saftes ist so gut wie die Qualität der mitgebrachten Äpfel! Mindestmenge: 50 Kg.

Wichtiger Hinweis: Es sind die Hygiene-Vorschriften gemäß der jeweils gültigen Corona-Schutzverordnung einzuhalten (Abstandsgebot, Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung). Die Anwesenden werden sowohl beim Eintritt in das Freizeitgelände sowie bei der Saftpress-Aktion selbst mit ihren personenbezogenen Daten erfasst.

 

 

Neues Faltblatt zur Herkulesstaude

Gemeinsam mit dem Aggerverband hat die Biologische Station Oberberg ein neues Faltblatt über die Herkulesstaude herausgebracht. Es soll die Bürgerinnen und Bürger über die Gefahren, aber auch über Möglichkeiten zur Bekämpfung der Pflanze informieren.

Die Herkulesstaude, auch Riesenbärenklau genannt, verbreitet sich weiterhin im Bergischen Land und verdrängt mitunter die einheimischen Pflanzen. Sie findet sich besonders häufig an Bachläufen, Bahnlinien und Straßenrändern. Durch die Verdrängung schützenswerter Pflanzen in Naturschutzgebieten, aber auch durch die Gesundheitsgefährdung des Menschen, stellt die massive Verbreitung der Pflanze ein Problem dar.

Vor allem bei Sonnenschein kann das Berühren der Pflanze durch ihre phototoxischen Substanzen heftige, verbrennungs-ähnliche Hautreaktionen bei Mensch und Tier hervorrufen. So werden Arbeiten im Garten oder Freizeitaktivitäten in der Natur zur Gefahr. Besonders Kinder, die in den Herkulesstauden-"Wäldern" spielen oder die hohlen Stängel als Blas- oder Fernrohre benutzen, sind durch Verbrennungen oder mögliche Augenverletzungen gefährdet.

Das Faltblatt "Die Herkulesstaude - gefährlich schön!" gibt es ab sofort kostenlos bei der Biologischen Station Oberberg und beim Aggerverband. Es wird auch an öffentlichen Orten im Oberbergischen Kreis ausgelegt.

Eine digitale PDF-Version finden Sie hier zum Download!

Die Herkulesstaude - gefährlich schön!

 

 

 

 

LVR-Projekt "Bienen, Blüten und Begegnung"

Marialinden blüht auf – Blumenkästen vor der Kirche mit insektenfreundlichen und winterharten Wildstauden bepflanzt

Zunehmend verschwinden Arten auch aus dem dörflichen Umfeld, weil notwendige Lebensraumstrukturen verloren gehen. Frei nach dem Motto „Naturschutz beginnt vor der eigenen Haustür“ begleiten die beiden Biologischen Stationen Rhein-Berg und Oberberg seit 2019 insgesamt vier Dorfgemeinschaften im LVR-Projekt „Bienen, Blüten und Begegnung – Biodiversität in bergischen Dörfern“ auf dem Weg zu mehr Artenvielfalt in den Dörfern. Die Dorfgemeinschaft Marialinden startet nun mit einer Pflanzaktion in die Umsetzungsphase.

Manuela Thomas von der Biologischen Station Rhein-Berg (vorne) bepflanzt zusammen mit Claudia Krieger vom Bürgerkomitee Marialinden die Kübel auf dem Kirchvorplatz (Foto: Helena Schier).
 

Ein warmer Samstagvormittag im Mai. Rund um den Kirchvorplatz in Marialinden ist viel los. Zahlreiche Wandernde lockt der Ort von nah und fern und hier am Brunnen ist der Startpunkt für viele Touren rund um den Ort. Und noch etwas passiert: Es ist Pflanzzeit. Die Blumenerde in den Kübeln rund um den Platz wird ausgetauscht und mit Sand vermischt, neue Pflanzen werden eingesetzt. Eigentlich alles wie immer und doch ganz anders. Denn nicht nur Covid-19 ist spürbar – Menschen tragen Masken und halten großen Abstand.

Auch in den Kübeln ist etwas anders: Die Pflanzen sind keine fremdländischen Petunien oder Geranien, sondern noch unscheinbare zierliche kleine Wildstauden und Gräser. Alle sind in Deutschland oder wenigstens Mitteleuropa heimisch. „Genau das ist wichtig, wenn man etwas für die heimische Insektenwelt tun will. Denn Insekten und Pflanzen sind aneinander angepasst.“, erläutert Manuela Thomas von der Biologischen Station Rhein-Berg. „Heimische Pflanzen bieten auch in vielen Fällen viel mehr Nektar und Pollen an. Darüber hinaus gibt es sogar oft Wildbienenarten, die sich auf nur eine Pflanzenart oder -Gattung spezialisiert haben.“ So z.B. die Glockenblumen-Scherenbienen. Wie der Name schon sagt, fliegen sie auf Glockenblumen sowohl als Pollen- und Nektarquelle als auch als Schlafplatz. Natürlich sind auch Glockenblumen unter den 15 verschiedenen Pflanzenarten, die ab sofort in Marialinden wachsen. Aber auch Tüpfel-Johanniskraut, eine bekannte Heilpflanze, und Weißer Mauerpfeffer sollen Falter und Bienen anlocken.

Wenn alles gut geht, war das die letzte Bepflanzung der Kübel. Denn die verwendeten Wildstauden und Gräser haben noch einen anderen Vorteil: Sie sind winterhart. Das ist nicht nur praktisch, sondern auch noch besonders nachhaltig. Es reicht aus, alle zwei Jahre mit etwas Kompost zu düngen. Auch gegossen werden muss deutlich weniger, da die Pflanzen bewusst so ausgewählt wurden, dass sie an einen trockenen, sonnigen Standort angepasst sind und von Natur aus mit wenig Wasser zurechtkommen.

Claudia Krieger und Helena Schier vom Bürgerkomitee Marialinden stehen bereit um die knapp 70 winterharten Wildstauden und Gräser in die Kübel zu pflanzen (Foto: Manuela Thomas, BSRB).

 

 Die Idee zu dieser neuen nachhaltigen Bepflanzung entstand bei dem Workshop „Artenvielfalt im Dorf“ Ende November 2019. Damals waren rund 40 Marialindener der Einladung des Bürgerkomitees und der Biologischen Station Rhein-Berg gefolgt. Gemeinsam wurden mehrere Aktionstage, Exkursionen und Maßnahmen beschlossen, die in 2020 und 2021 umgesetzt werden sollen.

Dieses war die erste Aktion im LVR-Projekt „Bienen, Blüten und Begegnung – Biodiversität in bergischen Dörfern“, das noch bis Ende 2021 läuft. Es wird gefördert vom Landschaftsverband Rheinland im Rahmen des LVR-Netzwerks Kulturlandschaft und beratend begleitet vom Oberbergischen Kreis sowie dem Rheinisch-Bergischen Kreis.

 

 

 

Fotowettbewerb "Frühling vor dem Fenster"

Die Gewinner stehen fest!

Wir bedanken uns für die zahlreichen schönen Fotos, die uns in den letzten drei Wochen eingesandt wurden!

Alle Fotos können im Fotoalbum der Biologischen Station Oberberg auch ohne Registrierung bei Facebook angeschaut werden.

Herzlichen Glückwunsch vom Team der Biologischen Station Oberberg an die Gewinnerinnen!

 

Platz 1: Gloria Rummens aus Gummersbach

 

Platz 2: Britta Berger aus Marienheide

 

Platz 3: Uta Nötzel aus Marienheide

 

 

Handbuch „Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland - neu entdeckt!"

Das im Jahr 2017 herausgegebene Handbuch „Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland - neu entdeckt!" kann weiterhin über die Biologische Station Oberberg bezogen werden.

Das Werk basiert auf einer mehrjährigen Zusammenarbeit der rheinischen Biologischen Stationen und Obstexperten mit dem Landschaftsverband Rheinland.

Auf über 250 Seiten beinhaltet es rund 100 Sortensteckbriefe: Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen und Pfirsiche werden detailliert beschrieben und anhand von Zeichnungen und Bildern dargestellt. Auch auf die Herkunft und Verbreitung wird eingegangen.

Gegen eine Schutzgebühr von 7,- € (+ 3,- € Versand) kann das Handbuch bei uns bestellt werden. Bitte schicken Sie hierzu eine E-Mail an: oberberg@bs-bl.de

 

 

 

Beobachtung von erkrankten Meisen im Oberbergischen Kreis

Aktuell ist das Phänomen zu beobachten, dass Meisen im Bergischen Land und weiteren Landesteilen erkranken oder tot aufgefunden werden. Vor allem Blaumeisen scheinen betroffen zu sein. Die Ursache hierfür ist gefunden worden. Es handelt sich um eine bakterielle Infektion, die bei Meisen eine Lungenentzündung hervorruft. Für Menschen und Haustiere ist der Erreger dagegen ungefährlich.

Um den Verlauf der Krankheit weiter zu beobachten, bittet der NABU weiterhin darum, Fälle von kranken oder offensichtlich an Krankheit verstorbenen Vögeln zu melden.

Auf der Website des NABU www.nabu.de/meisensterben finden Sie weitere Informationen und Hinweise was Sie bei Funden tun können.

 

 

Fotowettbewerb: Frühling vor dem Fenster

Eine Aktion des Oberbergischen Kreises und der Biologischen Station bis zum 30. April 2020

Der Oberbergische Kreis und die Biologische Station Oberberg rufen die Aktion „Frühling vor dem Fenster“ ins Leben, die uns die Schönheit und den Wert der Natur vor Augen führt, ohne damit die Ausbreitung des Coronavirus zu verschlimmern.

Alle Bürger des Oberbergischen Kreises sind eingeladen, aus ihren Fenstern oder aus dem eigenen Garten Fotos von der erwachenden Natur zu schießen. Das können Bilder von ersten Obstblüten, staatsgründende Hummelköniginnen oder bizarre Wolkenformationen sein. Die Aktion ist Bestandteil des Programms Klima-Umwelt-Natur Oberberg (KUNO) des Oberbergischen Kreises und wird durch die Biologische Station Oberberg umgesetzt.

„Das Erleben von Natur trägt insbesondere im Frühjahr zu unserem Wohlbefinden bei“ sagt Landrat Jochen Hagt. „Dazu ist es nicht unbedingt erforderlich, das Haus zu verlassen. Auch die Wohngebiete im Oberbergischen Kreis stecken voller Leben, das direkt vor dem eigenen Fenster beginnt“ so Landrat Hagt. „Bleiben Sie zu Hause und dokumentieren, vielleicht zusammen mit Ihren Kindern, wie die Natur direkt um Sie herum erwacht“ ruft Dr. Bernd Freymann, Geschäftsführer der Biologischen Station Oberberg, auf.

Senden Sie Ihr Foto an fotowettbewerb@bs-bl.de   

Machen Sie mit und schicken Sie uns Ihr schönstes Naturfoto, das Sie ausschließlich von zuhause aus dem Fenster oder in Ihrem Garten gemacht haben! Die ersten zehn pro Tag eingesandten Fotos erscheinen auf der Facebook-Seite der Biologischen Station Oberberg. Jede teilnehmende Person darf maximal ein Foto einreichen. Als „Jury“ können alle Bürger*innen teilnehmen und für die besten auf Facebook veröffentlichte Bilder abstimmen. Die drei Fotos mit den meisten „Likes“ gewinnen. Die Gewinner erhalten Restaurant-Gutscheine von der Aktion „Ich han ´nen Deckel“ der Tourismusorganisation des Oberbergischen-, des Rheinisch-Bergischen und des Rhein-Sieg-Kreises „Das Bergische“ im Wert von

  • 100 EUR (1. Platz),
  • 50 EUR (2. Platz) und
  • 25 EUR (3. Platz).

Mit der Zusendung Ihres Bildes zur Bewerbung und Teilnahme am Wettbewerb, werden Ihre Daten - Namensinitialen und Entstehungsort des Bildes - auf unserer Facebook-Seite (https://www.facebook.com/pg/biostationoberberg/photos/?tab=album&album_id=2836809766367379) dargestellt. Wir verweisen an dieser Stelle auf die Datenschutzerklärung von Facebook bzw. auf die Datenschutzerklärung der Biologischen Station Oberberg (https://biostationoberberg.de/datenschutzerklaerung.html). Wir behalten uns darüber hinausgehend vor dem Hochladen der Bilder, diese zu qualifizieren. Auf den Bildern dürfen keine Personen zu erkennen sein. Nicht angemessene Bilder werden disqualifiziert. Ein grundsätzlicher Anspruch auf Präsentation auf unserer Fanpage zur Teilnahme am Wettbewerb ist damit ausgeschlossen. Weitere Teilnahmebedingungen sind im Fotoalbum zum Wettbewerb festgelegt.

Der Rechtsweg im Rahmen des Wettbewerbs zur Gewinnerermittlung ist ausgeschlossen.

Die Aktion beginnt am 06. April 2020 und läuft bis zum 30. April 2020, 15:00 Uhr.

Bitte schicken Sie Ihre Aufnahmen als Anhang an folgende Adresse:

fotowettbewerb@bs-bl.de   

Als Betreffzeile geben Sie bitte unbedingt Ihren Namen und die Ortschaft, in der das Foto entstanden ist, an.

Der Oberbergische Kreis und die Biologische Station Oberberg wünschen Ihnen viel Spaß und Erfolg bei dieser gemeinsamen Fotoaktion!

             Foto: M. Thomas (BSO)

 

Pflanzentauschbörse 2020 fällt aus!

Zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus und zum Schutz Ihrer Gesundheit muss die für Samstag, den 25. April 2020 terminierte Pflanzentauschbörse in Nümbrecht leider ersatzlos abgesagt werden!


Wir bitten um Ihr Verständnis!

 

 

Fit im Schnitt?

Biologische Stationen bilden Obstbaumwarte aus

Streuobstwiesen sind ein bedrohtes Element unserer Kulturlandschaft. Immer mehr Obstbäume sterben verfrüht mangels professioneller Pflege und verfügbarer Fachleute. Diesem Problem wollen fünf Biologische Stationen mit dem vom Landschaftsverband Rheinland geförderten Projekt „Fit im Schnitt“ begegnen. An insgesamt 13 Kurstagen (Wochenendtage) im Ausbildungszeitraum von 2020 bis 2022 werden theoretische und praktische Kenntnisse von „A“ wie „Anlage von Obstwiesen“ bis „Z“ wie „Zuccalmaglios Renette“ vermittelt. Darüber hinaus ist die Durchführung von Veranstaltungstagen vorgesehen, bei denen die Öffentlichkeitsarbeit der angehenden Baumwarte im Vordergrund steht. Besonderheit dieser Ausbildung ist ein Praktikum von 30 Stunden im dritten Ausbildungsjahr, in dem die zukünftigen Expert*innen sozusagen als Gehilfen der „alten Hasen“ bei echten Pflegemaßnahmen ihre erlernten Fähigkeiten professionalisieren.

Foto: Klaus Kocanda, NABU-Naturschutzstation Leverkusen - Köln
 
Gesucht werden Menschen, die sich langfristig für die Förderung und den Erhalt von Streuobstwiesen in ihrer Region einsetzen wollen. Dabei ist es von besonderer Wichtigkeit, dass sich die Teilnehmenden bereit erklären, ihr erworbenes Wissen nicht nur im eigenen Garten anzuwenden, sondern insbesondere auch den Menschen in ihrer Region als Ansprechpartner*innen und für die Durchführung von Pflegemaßnahmen zur Verfügung zu stehen. Die Ausbildung verzahnt die Vermittlung von theoretischen Grundlagen an zwei zentralen Standorten (NABU Station Leverkusen-Köln bzw. Biostation Rhein-Berg in Rösrath) mit einem hohen Anteil praktischer Kurstage im Umkreis der jeweiligen Biologischen Station. Interessent*innen sind gebeten, sich bis zum 21. Februar 2020 bei der jeweiligen Biologischen Station zu melden und einen Vorstellungstermin abzustimmen.
 
Biologische Station Oberberg (Oberbergischer Kreis)
Biologische Station Rhein-Berg (Rheinisch-Bergischer Kreis)
NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln (Stadt Leverkusen / Stadt Köln)
Biologische Station im Rhein-Kreis Neuss (Rhein-Kreis Neuss)
Biologische Station Mittlere Wupper (Wuppertal, Solingen, Remscheid)

Der erste Kurstag wird Ende März / Anfang April stattfinden. Weitere Kurstage folgen im Abstand von zwei bis vier Monaten. Dank der Förderung des Landschaftsverbands Rheinland, beläuft sich der Teilnahmebeitrag für die drei Jahre auf eine Schutzgebühr von 100,- €.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Herrn Maximilian Lörch
Tel.: 02293 9015-22
loerch@bs-bl.de

 

 

Her mit dem Schotter! Exkursion durch einen großen Grauwacke-Steinbruch

An einem Freitagnachmittag Ende September folgten 25 Interessierte unserem Aufruf „Her mit dem Schotter!“ und nutzen die Gelegenheit zusammen mit Nobert Ivenz-Gaul von der Basalt-AG (BAG) und Manuela Thomas von der Biologischen Station Oberberg (BSO) hinter die Kulissen des aktiven Grauwacke-Steinbruchs in Gummersbach Talbecke zu schauen.

Dank der Förderung des Landschaftsverband Rheinland im Rahmen des Netzwerks Kulturlandschaft widmet sich die BSO zusammen mit der Biologischen Station Rhein-Berg (BSRB) seit Anfang 2018 im Projekt „Naturschutz trifft Kulturlandschaft – STEINland“ den Steinbrüchen im Bergischen Land. Viele der ehemaligen Steinbrüche sind inzwischen als Naturschutzgebiet geschützt, wie z. B. der Steinbruch Bolzenbach in Lindlar, und werden von der Biologischen Station betreut, die Pflegemaßnahmen in Auftrag gibt oder selbst durchführt.

Die Zusammenarbeit mit der BAG zielt darauf ab, schon während des Steinbruch-Betriebes auf naturschutzfachlich relevante Aspekte hinzuweisen und im Betrieb auf das Vorkommen von seltenen Arten, wie der Geburtshelferkröte, zu achten und ggfs. Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Wichtig ist aber auch das gegenseitige Verständnis füreinander. So gehören Steinbrüche im Bergischen schon seit Jahrzehnten zur Kulturlandschaft und stellen, obwohl sie zunächst durch den Gesteinsabbau die Landschaft stark verändern, nach ihrer Nutzung häufig wichtige Sekundär-Biotope für viele seltene Tier- und Pflanzenarten, wie z.B. den Uhu dar.

Bei der Führung im Steinbruch Talbecke ging es vor allem darum, den aktuellen Betrieb kennenzulernen. Norbert Ivenz-Gaul bot einen spannenden Einblick hinter die Kulissen.

Derzeit wird in einer Tiefe von bis zu 15 m gemessen gegenüber dem Straßenniveau der vorbeiführenden K 46 die Gewinnung im Steinbruch betrieben und das gewonnene Material mittels SKW (Schwerlastkraftwagen: Nutzlast 60 t) zum Vorbrecher transportiert.

Vor dem neuen Tiefgang erläuterte er die Genehmigungssituation: Im Jahre 2012 war die Vertiefung des Steinbruchs um 100 m innerhalb der bestehenden Grenzen genehmigt worden. Die dadurch erschließbaren Reserven gewähren dem Steinbruch eine weitere „Lebensdauer“ von 25 Jahren.

Abbildung 1: Erläuterung der Genehmigungssituation vor dem neuen Tiefgang (Foto: M. Thomas, BSO)

Abbildung 2: am Kipptrichter, Zugang zur Vorbrecheranlage (Foto: M. Thomas, BSO)

Abbildung 3: VBA - Siebmaschine, Vorbrecher, Meißelhammer (Foto: M. Thomas, BSO)

Abbildung 4: Sohle 1 - Erläuterungen zu Geologie und Sprengverfahren (Foto: M. Thomas, BSO)

Das Sprengen im Steinbruch erfolgt derzeit ausschließlich im elektronischen Sprengverfahren, bei dem jeder Zünder einzeln programmierbar ist und die Basalt AG in die Lage versetzt wird, die pro Zeiteinheit gezündete Sprengstoffmenge genau zu bestimmen.

 

Abbildung 5: Erläuterungen zur weiteren Aufbereitung (Foto: M. Thomas, BSO)

In den Aufbereitungsanlagen werden die gewonnenen Gesteine in mehreren Brechstufen gebrochen und über Siebklassierung nach Korngrößen klassiert; so entstehen am Ende des Prozesses qualitativ hochwertige Baustoffe (z. B. 2/5 als Pflastersplitt (Körner mit 2 bis 5 mm Kantenlänge), 5/8 und 8/11 als Zuschläge für den Bau von Asphaltstraßen) und Baustoffgemische wie 0/32 und 0/45, die beim Straßenbau als Gründungsschicht eingesetzt werden. Darüber hinaus ist es im Steinbruch Talbecke durch Mischen der Einzelkörnungen möglich fast alle Kundenwünsche zu erfüllen.

Allen, die nun neugierig geworden sind auf unsere Steinbrüche im Bergischen Land, denen sei die Broschüre „Steinreich im Bergischen – Steinbrüche im Bergischen Land entdecken“ ans Herz gelegt, die auch im Rahmen des LVR-Projektes erarbeitet wurde. Sie gibt den Leserinnen und Lesern Einblicke in diese wertvollen Lebensräume und stellt dort vorkommende Pflanzen und Tiere vor. Sie bietet auch einen Exkurs in die Erdgeschichte und berichtet über Fossilien, wie den ältesten Wald der Welt, dessen Überreste in Lindlar entdeckt wurden. Und wer schon immer mal einen Steinbruch besichtigen wollte, erhält wertvolle Ausflugstipps um auf Entdeckungsreise zu gehen.

Die Broschüre kann als PDF-Datei heruntergeladen werden, wenn Sie auf das Titelbild klicken. Eine gedruckte Version erhalten Sie kostenlos bei den Biologischen Stationen (Versand möglich, wenn eine adressierte und mit 1,55 € vorfrankierte DIN A4 Rückversandtasche beigelegt wird).

 

 

Lese-Buch Landschaft - Die Landschaft im Bergischen Land in Leichter Sprache

Pressetermin Vorstellung Lesebuch Landschaft in Leichter Sprache

Voller Stolz wurde das Lese-Buch Landschaft in Leichter Sprache am 6.11.2018 präsentiert. Von links nach rechts: Christine Wosnitza (BSO), Axel Helmus (BSO), Michael Bey (BWO), Ursula Mahler (2. stellvertretende Landrätin OBK), Franziska Steeg (Umwelt-Assistentin), Christopher Bourbones (Umwelt-Assistent), Timo Wadood (Umwelt-Assistent), Michael Zießow (Umwelt-Assistent), Manuela Thomas (BSO)

Die Biologischen Stationen Oberberg und Rhein-Berg haben das „Lese-Buch Landschaft – Die Landschaft im Bergischen Land – Leichte Sprache“ am Dienstag, 6. November, der Öffentlichkeit vorgestellt. Entwickelt wurde es mit dem Landschaftsverband Rheinland als Projektförderer und dem Naturpark Bergisches Land als Kooperationspartner im Rahmen des LVR-Projektes „Freizeit und Lernen inklusiv gestalten – Natur für alle“.

Die Broschüre erklärt auf 36 Seiten in Leichter Sprache, was Kulturlandschaft ist, wie ihre Elemente im Bergischen aussehen und wie man sie erhalten, erfahren und nutzen kann. Kräutertipps und ein Rezept ergänzen Informationen über Pflanzen und Tiere, die bei uns leben. Grafiken und Fotos unterstützen beim Lesen.

Christine Wosnitza, stellvertretende Geschäftsführerin der Biologischen Station Oberberg (BSO), sagte bei der Vorstellung: „Es ist uns ein besonderes Anliegen, die Broschüre allen Menschen zugänglich zu machen, die auf Leichte Sprache angewiesen sind, beispielsweise Menschen mit Lern-Schwierigkeiten.“

Mitarbeitende der Behinderten Werkstätten Oberberg (BWO) unterstützen die Biologische Station. Als Umwelt-Assistenten ermöglichen sie inklusive Naturerlebnisse. Michael Bey von der BWO betonte, die Zusammenarbeit mit der BSO fördere das Selbstbewusstsein seiner Mitarbeitenden: „Sie sind stolz, bei Führungen ihr Wissen weitergeben zu können und Natur für andere erlebbar zu machen.“ Die Umweltassistenten beteiligten sich auch an der Themenfindung: Ihre Ideen spiegeln sich im „Lese-Buch Landschaft“ wieder. Die Geschichte vom Zauber-Baum, die „Kletter-Füße“ der Hasel-Maus, Garten-Genüsse und die Erklärung, wie man eine Sonnen-Blume pflanzt, sind nur einige Beispiele.

Streuobstwiese

Leichte Sprache zielt auf Verständlichkeit. Die Sätze sind kurz. Binde-Striche erleichtern das Lesen zusammengesetzter Wörter. Das Lese-Buch Landschaft ermöglicht es Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen komplexe Texte nicht erfassen, das Thema Kulturlandschaft zu verstehen. Ursula Mahler, 2. stellvertretende Landrätin des Oberbergischen Kreises, lobte: „Diese Broschüre in Leichter Sprache ist Teil eines LVR-Projektes, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Bergische Landschaft in ihrer Vielfältigkeit darzustellen und möglichst viele Menschen zu erreichen.“ Mehr noch: „Wir verdeutlichen damit einmal mehr, dass uns Inklusion nicht nur am Herzen liegt, sondern tatsächlich mitgedacht wird – gerade im Oberbergischen Kreis.“
 
Möchten auch Sie mehr über die Kulturlandschaft im Bergischen Land erfahren?
Dann laden Sie hier die Broschüre herunter:

Lesebuch Landschaft in Leichter Sprache (4 MB)

Das Lese-Buch Landschaft in Leichter Sprache gibt es bei Einreichung einer adressierten und mit 1,45 € vorfrankierten DIN A4 Rückversandtasche kostenlos bei:

 
Biologische Station Oberberg
Rotes Haus, Schloss Homburg 2
51588 Nümbrecht

Biologische Station Rhein-Berg
Kammerbroich 67
51503 Rösrath

Das Projekt „Freizeit und Lernen inklusiv gestalten – Natur für alle“ wird gefördert durch

 

Neue Broschüre „Wiesen und Weiden im Bergischen Land – erkennen-entdecken-wertschätzen

„Welche Pflanze ist das?“ fragen sich Interessierte an diesem sonnigen Sommertag beim Blick auf eine violette Blüte auf einer steilen Weide entlang des Weges. Ein schwarz-weiß gemusterter Schmetterling trinkt dort den Nektar und fliegt danach weiter. Es handelt sich dabei um einen Schachbrettfalter. Die Weide wird im Vertragsnaturschutz bewirtschaftet. Das bedeutet, dass hier nur verhältnismäßig wenige Rinder weiden dürfen. Daher blühen hier noch viele bunte Blumen, z.B. auch die violetten Wiesen-Witwenblumen.

Ein Schmetterling, ein Schachbrettfalter, sitzt auf einer Blüte einer einer Wiesen-Witwenblume und saugt Nektar.
Foto: Olaf Schriever

Die neu entwickelte, gut 100 Seiten umfassende Broschüre soll dabei helfen, 43 charakteristische Wiesen-Pflanzen des Bergischen Landes mit Hilfe von Zeichnungen, Fotos und Texten zu erkennen. Im besonderen Fokus stehen dabei drei regional typische Grünland-Lebensräume: artenreiche Heuwiesen, Magerweiden und Feuchtwiesen. Diese zu erhalten haben sich die Partner der Modellregion auf die Fahne geschrieben und werden dabei unterstützt von dem Oberbergischen Kreis und dem Rheinisch-Bergischen Kreis sowie dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.

Ein wichtiges Instrument zum Erhalt des artenreichen Grünlandes ist der Vertragsnaturschutz, der auch besonders im Rahmen der Modellregion gefördert wird. Landwirte und Landwirtinnen bewirtschaften dabei ihre Flächen nach bestimmten auf naturschutzverträgliche Weise und werden dafür finanziell honoriert. Nicht zuletzt tragen sie durch diese Arbeit auch zu dem Blütenreichtum und damit zum reichhaltigen Angebot an Nektarpflanzen für Insekten auf unseren bergischen Wiesen und Weiden bei.

Möchten auch Sie mehr über die bunte Pflanzenwelt in unserer Region erfahren?

Dann laden Sie hier die Broschüre herunter:

Broschüre Wiesen Weiden Symbol PDF (7 MB)

Die gedruckte Version erhalten Sie kostenlos bei den Biologischen Stationen. Der Versand ist möglich, wenn eine adressierte und mit 1,45 € vorfrankierte DIN A4 Rückversandtasche beigelegt wird.

Biologische Station Oberberg
Rotes Haus, Schloss Homburg 2
51588 Nümbrecht

Biologische Station Rhein-Berg
Kammerbroich 67
51503 Rösrath