Mein igelfreundlicher Garten

Wie gestalte ich meinen Garten igelfreundlich?

Jeder Garten kann igelfreundlich werden, ob groß oder klein! Damit sich die stacheligen Tiere möglichst wohl fühlen sind folgende Punkte zu beachten:

    • Igelfreundliches Laubmanagement: Laub- und Reisighaufen als Rückzugsorte schaffen, hier hält der Igel seinen Winterschlaf.
    • Den Garten begrünen statt versiegeln: Artenreiche Blühbeete und Stauden fördern die Insektenvielfalt und bieten dem Igel damit eine natürliche Nahrungsgrundlage.
    • Igelkorridore schaffen: Heimische Gehölze, Totholz- oder Benjeshecken bieten sichere Orte für Rückzug und Fortbewegung.
    • Wassertränken bereitstellen: Trinkwasser für Igel am besten täglich wechseln. Niemals Milch anbieten – diese vertragen die Tiere nicht.
    • Kein Nachtbetrieb von Mährobotern: Nur tagsüber und unter Aufsicht einsetzen, damit die nachtaktiven Tiere nicht getötet oder schwer verletzt werden. Auch wenn sich die Sensortechnik in den letzten Jahren verbessert hat, erkennen viele Geräte Igel noch immer nicht zuverlässig. Kontrolliert daher auch tagsüber vor dem Start, ob sich kleine Wildtiere auf der Rasenfläche befinden könnten.
    • Vor dem Einsatz von Gartenmaschinen, z. B. eines Freischneiders, den Arbeitsbereich auf Igel und Igelnester überprüfen: Findet man ein Igelnest, muss der Bereich von den Gartenarbeiten ausgeschlossen werden.
    • Auf Gift im Garten verzichten: Chemische Dünger und Pestizide wie z. B. Schneckenkorn vermeiden – sie schaden Igeln und ihren natürlichen Nahrungsquellen. In einem naturnahen Garten reguliert sich vieles von selbst.
    • Schächte, Gruben und Löcher abdecken: So wird verhindert, dass Igel hineinfallen und sich nicht mehr selbst befreien können.
    • Gartenteiche sichern: Flache Stellen oder Ausstiegshilfen sind wichtig, damit der Igel mit eigener Kraft hinausklettern kann.
    • Zäune igelfreundlich gestalten: Zäune sollten eine kleine Öffnung aufweisen, durch die der Igel schlüpfen kann (Höhe und Breite mind. 10 cm), damit er seine nächtlichen Wege ungehindert fortsetzen kann.
    • Umsichtiger Umgang mit Hunden und Katzen: Haustiere möglichst fern von Rückzugsorten und Nestern halten, damit Igel nicht unnötig gestört oder verletzt werden.
    • Das Igelwissen weitergeben: Damit die kleinen Tiere auch bei den Nachbarn sicher sind!

Was schadet dem Igel?

Gartenmaschinen wie Mähroboter, Pestizide, ungesicherte Schächte und der Straßenverkehr stellen eine Gefahr für die kleinen Tiere dar. Die zunehmend häufige Nutzung von Mährobotern, insbesondere während der Nachtstunden, endet für die nachtaktiven Igel oft tödlich. Da sich Igel bei Gefahr zusammenrollen, sind sie dem Gerät schutzlos ausgeliefert. Jungtiere sind aufgrund ihrer geringeren Größe besonders betroffen. Viele verletzte Igel ziehen sich anschließend in Verstecke zurück und sterben dort unbemerkt.

Achtung: Verletzungen oder Tötungen durch solche Geräte verstoßen gegen das Bundesnaturschutzgesetz (§ 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG).

Auch aufgeräumte Gärten ohne Nahrungs- und Schutzmöglichkeiten wirken sich negativ auf den Erhalt der stacheligen Tiere aus.